Veranstaltungshinweise

  • JugendleiterInnen Fortbildung zur Verbesserung der Medien- und Öffentlichkeitsarbeit
    Di 26.06.2018 | 18:00 – 21:00 Uhr | Tagungsraum KJR Dachau
    Mo 09.07.2018 | 18:00 – 21:00 Uhr | Tagungsraum KJR Dachau
    Infos und Online-Anmeldung
  • Couragiert dagegen halten!
    Ein Argumentationstraining gegen menschenverachtende Parolen

    Do 20.09.2018 | 18:00 – 21:30 Uhr | Tagungsraum KJR Dachau
    Infos und Online-Anmeldung

Menschen- und Demokratiefeindlichkeit – Herausforderungen für die Jugend- und Bildungsarbeit

Workshops für Jugendleiter*innen, pädagogische Fachkräfte und alle Interessierten

Ein Kooperationsprojekt des Kreisjugendrings Dachau und des Max Mannheimer Studienzentrums

Seminarort: Max Mannheimer Studienzentrum, Rosswachstr. 15, 85221 Dachau

Termine: 12.04., 17.05. und 12.07.2018 je von 18.00 bis 21.30 Uhr

Teilnahmegebühr pro Workshop: 5 € (Verpflegung inklusive)

Max. 20 Teilnehmer*innen

Es kann sowohl an einer Einzelveranstaltung als auch an der ganzen Reihe teilgenommen werden. Bei Interesse ist eine Fortführung der Workshop-Reihe geplant. Wenn Sie Ideen und Anregungen für Themen haben, können Sie diese gerne einbringen.

Zielgruppen: Ehrenamtliche Jugendleiter*innen, Pädagogische Fachkräfte der außerschulischen Bildungs- und Jugendarbeit, Lehrer*innen und im Themenfeld ehrenamtlich Engagierte

Einlassvorbehalt: Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige Äußerungen in Erscheinung getreten sind, sind von der Veranstaltung ausgeschlossen.

Beschreibung
Menschen- und Demokratiefeindlichkeit sind in Deutschland keine Randerscheinungen extrem rechter Gruppen, sondern finden sich auch in der Mitte der Gesellschaft wieder. Was früher höchstens unter vorgehalter Hand gesagt wurde, wird mittlerweile öffentlich artikuliert, da es rechtspopulistischen Akteuren gelungen ist, den Raum des Sagbaren langsam zu verschieben. Auch in der Jugend- und Bildungsarbeit sind Verantwortliche immer wieder mit Aussagen konfrontiert, die einen zunächst sprachlos zurück lassen können. Das kann beispielsweise passieren, wenn man mit antisemitischen Äußerungen konfrontiert wird, von denen viele dachten, sie seien in Deutschland längst überwunden. Schwierig kann es auch sein, richtig auf geschichtsrevisionistische Äußerungen und besonders über das Internet verbreitete Verschwörungsideologien zu reagieren.

Doch wie erkenne ich solche Aussagen und wie sollte ich darauf am besten reagieren? Und wie kann ich gerade in der Jugend- und Bildungsarbeit Betroffenen mit Diskriminierungserfahrung helfen? Antworten auf diese Fragen liefert die Fortbildungsreihe, die zum dritten Mal vom Kreisjugendring Dachau und dem Max Mannheimer Studienzentrum in Kooperation veranstaltet wird. In drei interaktiven Workshops findet eine theoretische und praktische Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Erscheinungsformen von Menschen- und Demokratiefeindlichkeit statt und es wird aufzeigt, welche Interventionsmöglichkeiten es im pädagogischen Bereich gibt.

1. Workshop

Antisemitismus und antisemitismuskritische Bildungsarbeit. Überlegungen und Anregungen am Beispiel des Nahostkonflikts

Do, 12.04.2018, 18.00 – 21.30 Uhr
Ort: Max Mannheimer Studienzentrum, Dachau

Leitung: Mirko Niehoff und Juliane Röleke

Dr. Mirko Niehoff ist Projektleiter bei der „KIgA e.V. Politische Bildung für die Migrationsgesellschaft“. Von 2010 bis 2016 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Arbeitsstelle Politische Bildung der Freien Universität Berlin. Er hat zu sozialen Deutungsmustern zum Nahostkonflikt promoviert.

Juliane Röleke ist Historikerin und Referentin in der Gedenkstätte und dem Museum Sachsenhausen sowie im Gedenkort SA-Gefängnis Papestraße. Seit 2015 arbeitet sie zudem in Bildungsprojekten zum Thema Fußball im Nationalsozialismus und ist in diesem Rahmen momentan für Hertha BSC tätig.

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Antisemitische Denk- und Deutungsmuster sind in allen Teilen der deutschen Gesellschaft anzutreffen. Die Motive und Erscheinungsformen sind derweil vielfältig. Häufig spielt die NS-Vergangenheit eine Rolle, die als moralische Last empfunden wird. Zudem treten antisemitische Deutungsmuster, Positionierungen und Handlungen immer häufiger unter Bezugnahme auf den Nahostkonflikt auf – auch aufgrund emotionaler und identitärer Bezüge, sowie aufgrund der enormen Komplexität und Widersprüchlichkeit des Konflikts.

Im Rahmen der Fortbildung wird sich zunächst ganz allgemein dem Begriff des Antisemitismus angenähert. Am Beispiel des Themas Nahostkonflikt wird dann exemplarisch über Ausgangsbedingungen, Ansatz und Handlungsoptionen einer politischen Bildungsarbeit gesprochen, die Antisemitismus präventiv entgegenwirken will. Dabei wird auch ein Einblick in bewährte pädagogische Methoden ermöglicht, mit denen Antisemitismus in (Jugend)Gruppen thematisiert werden kann.

2. Workshop

Geschichtsrevisionismus und Verschwörungsideologien (im Netz)

Do, 17.05.2018, 18.00 – 21.30 Uhr
Ort: Max Mannheimer Studienzentrum, Dachau

Leitung: Theo Müller
Theo Müller arbeitet im Projekt „GeschichtsCheck“ des Vereins Open History e.V. mit, der damit über historisch basierte Hassrede im Internet aufklärt. Er promoviert in Heidelberg und Paris zur deutsch-französischen Journalismusgeschichte.

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Geschichte – also das Bild, das wir uns von der Vergangenheit machen – sagt uns nicht nur, wie wir zu dem wurden, was wir sind. Sie sagt uns auch, was wir nicht mehr sind. Erstaunlich oft wird sie im Internet von Menschen verfälscht, umgedeutet oder erfunden, um als Argument für gegenwärtige politische Forderungen oder Äußerungen zu dienen. Bestimmte Gruppen entwickeln dort in sich geschlossene und auf den ersten Blick scheinbar plausible Weltbilder und finden dafür im Internet den passenden Rückzugs- und Echoraum. Die dort entwickelten Theorien wirken zurück in die Gesellschaft. In der Neuen Rechten scheint sich daraus gar ein eigenes, paralleles Geschichtsbewusstsein zu speisen.

In einem ersten Teil des Workshops werden wir historisch basierte Hassrede und Legendenbildung im Netz anhand konkreter Beispiele analysieren und die Mechanismen identifizieren, mit denen verfälscht, verkürzt und manipuliert wird. In einem zweiten Schritt suchen wir gemeinsam nach Strategien, um denjenigen zu begegnen, die solche Inhalte und Aussagen online und offline tätigen. Gibt es „die“ historische Wahrheit? Wie trenne ich auch als Nicht-Historiker*in historische Fakten von historischem Unsinn? Wo kann ich selbst recherchieren, wie kann ich andere zu einem kritischen und medienkompetenten Umgang mit historischen (Halb-)Wahrheiten anleiten? Der Workshop soll einen Beitrag dazu leisten, den Blick der Teilnehmerinnen und Teilnehmer für neue Formen historisch basierter Hassrede und Verfälschungen zu sensibilisieren und gemeinsam Möglichkeiten eines adäquaten Umgangs mit diesen Phänomenen zu erarbeiten.

3. Workshop

Verbündet werden – verbündet sein!

Do, 12.07.2018, 18.00 – 21.30 Uhr
Ort: Max Mannheimer Studienzentrum, Dachau

Leitung: Carolin Küppers
Carolin Küppers ist wissenschaftliche Referentin im Referat Gesellschaft, Teilhabe und Antidiskriminierung der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld.

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Wie können wir gut und solidarisch zusammenleben und -arbeiten, ohne Ausschlüsse zu produzieren oder gesellschaftliche Herrschaftsverhältnisse zu reproduzieren? Diese Frage ist gerade im Zuge der zunehmenden Sichtbarkeit von Diversität und Diskriminierungserfahrungen verschiedener gesellschaftlicher Gruppen hochaktuell. Eine Möglichkeit stellt hierfür das Konzept des „Verbündet-Seins“ dar. Verbündete sind Mitglieder einer privilegierten Gruppierung, die sich aktiv solidarisch und unterstützend verhalten, um der Diskriminierung ausgegrenzter Gruppierungen entgegenzuwirken. Im Zentrum steht dabei eine ethisch-politische Haltung, die allen Menschen Teilhabe an gesellschaftlichen Ressourcen ermöglichen möchte, ohne dass dies einen direkten eigenen Vorteil verspricht. Die Auseinandersetzung mit Privilegien, im Sinne von zufällig bei der Geburt oder durch den sozialen Zusammenhang erworbenen Ressourcen und Partizipationsmöglichkeiten, ist ein wichtiger Zugang für Verbündete. In diesem Workshop wollen wir uns mit dem Verbündeten-Konzept und unseren jeweiligen Positionierungen in einem Gefüge von Ausgrenzung und Partizipationsmöglichkeiten beschäftigen. Wir wollen uns mit eigenen Diskriminierungserfahrungen aber auch eigenen Privilegierungen auseinandersetzen. Gemeinsam wollen wir weiter denken, wie über eine Haltung des „Verbündet-Seins“ ein inklusives und solidarisches Miteinander gestaltet werden kann.

Online-Anmeldung

Die Teilnehmendenzahl für die Workshops ist auf 20 Personen beschränkt, eine Voranmeldung ist erforderlich. Eine frühzeitige Anmeldung ist aufgrund der begrenzten Anzahl an Workshop-Plätzen zu empfehlen.
zur Online-Anmeldung

Der Teilnehmendenbeitrag von 5 Euro wird für die Verpflegung während der Veranstaltung erhoben. Der Unkostenbeitrag wird bei der Veranstaltung entrichtet.

Alle Veranstaltungen finden im Max Mannheimer Studienzentrum, Rosswachstr. 15 in Dachau statt. (Bus 726 vom Bahnhof Dachau, Haltestelle: John-F.-Kennedy-Platz)

Ein Kooperationsprojekt von

Kreisjugendring Dachau
Mittermayerstr. 22-24, 85221 Dachau

Ansprechpartner:
Dr. Robert Philippsberg
Tel. 08131-2717042
philippsberg•kjr-dachau,de

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Max Mannheimer Studienzentrum
Roßwachtstr. 15, 85221 Dachau

Ansprechpartner:
Steffen Jost
Tel. 08131-617714
jost•mmsz-dachau,de