Veranstaltungsreihe 2019: Zivilcourage stärken – Ausgrenzung entgegenwirken

Ein Kooperationsprojekt des Runden Tisches gegen Rassismus Dachau e.V. und des Kreisjugendrings Dachau

Veranstaltungsort: Die Veranstaltungen finden an unterschiedlichen Orten statt. Beachten Sie dazu bitte den jeweiligen Veranstaltungshinweis.

Termine: 27.03., 08.05., 29.06.-18.07., 04.07., 19.09. und 18.11.2019

Die Teilnahme ist kostenlos! Bei manchen Veranstaltungen ist jedoch eine Anmeldung erforderlich! Beachten Sie dazu bitte den jeweiligen Veranstaltungshinweis.

Es kann sowohl an einer Einzelveranstaltung als auch an der ganzen Reihe teilgenommen werden.

Zielgruppen: Ehrenamtliche Jugendleiter*innen, Pädagogische Fachkräfte der außerschulischen Bildungs- und Jugendarbeit, Lehrer*innen und im Themenfeld ehrenamtlich Engagierte und alle Interessierten

Einlassvorbehalt: Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige Äußerungen in Erscheinung getreten sind, sind von den Veranstaltungen ausgeschlossen.

Beschreibung
Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit tritt in verschiedensten Facetten auf und steigt seit dem Erstarken rechtspopulistischer Bewegungen in Deutschland wieder an. Die Ausgrenzungsgründe können dabei sehr unterschiedlich sein und z.B. die Herkunft, die Religion oder die sexuelle Orientierung betreffen. Der Runde Tisch gegen Rassismus Dachau e.V. und der Kreisjugendring Dachau wollen mit dieser Veranstaltungsreihe, die unterschiedliche Formate enthält, über die Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit und Ausgrenzungsmechanismen aufklären sowie Gegenmaßnahmen aufzeigen.

Workshop

Rechtspopulistische Parteien in Deutschland – Kennzeichen, Entwicklung und Argumentationsmuster

Mi, 27.03.2019, 18.00 – 21.30 Uhr
Ort: Kreisjugendring Dachau
Mittermayerstr. 22-24, 85221 Dachau

Referent: Dr. Robert Philippsberg

Dr. Robert Philippsberg ist Associate Researcher beim Centrum für Angewandte Politikwissenschaft (CAP) und Autor mehrerer Publikationen über Rechtsextremismus und Rechtspopulismus.

Online-Anmeldung

Rechtspopulistisches Parteien waren in Deutschland lange Zeit nur kurzzeitig erfolgreich. Das hat sich in den letzten Jahren jedoch deutlich verändert, zumal auch rechtspopulistisches Gedankengut immer stärker Eingang in politische Debatten findet. Wie kam es zu dieser Entwicklung? Was sind die Kennzeichen rechtspopulistischen Denkens und welche Argumentationsmuster werden verwendet? Antworten auf diese Fragen gibt der Workshop von Dr. Robert Philippsberg, in dem die Entwicklung und charakteristische Elemente rechtspopulistischer Parteien aufgezeigt werden. Zudem wird anhand von praktischen Beispielen die Argumentationsweise entsprechender AkteurInnen verdeutlicht, was die Basis für passende Reaktionsmöglichkeiten schafft.

Hinweis: Aufgrund der begrenzten Anzahl an Plätzen, melden Sie sich bitte hier an.

Vortrag

Die Angstprediger: Wie rechte Christen Gesellschaft und Kirchen unterwandern

Mi, 08.05.2019, Beginn: 19.30 Uhr
Ort: Ludwig-Thoma-Haus, Erchana-Saal
Augsburgerstr. 23, 85221 Dachau

Referentin: Dr. Liane Bednarz

Dr. Liane Bednarz ist Publizistin und promovierte Juristin mit dem Schwerpunkt Neue Rechte, Populismus und religiöse Bewegungen. Sie unterhält eine monatliche Kolumne bei Tagesspiegel Causa. Weitere Artikel erschienen u.a. in der Huffington Post. Im Frühjahr 2018 erschien im Droemer-Verlag ihr neuestes Buch „Die Angstprediger – Wie rechte Christen Gesellschaft und Kirchen unterwandern“.

Antisemitische Denk- und Deutungsmuster sind in allen Teilen der deutschen Gesellschaft anzutreffen. Die Motive und Erscheinungsformen sind derweil vielfältig. Häufig spielt die NS-Vergangenheit eine Rolle, die als moralische Last empfunden wird. Zudem treten antisemitische Deutungsmuster, Positionierungen und Handlungen immer häufiger unter Bezugnahme auf den Nahostkonflikt auf – auch aufgrund emotionaler und identitärer Bezüge, sowie aufgrund der enormen Komplexität und Widersprüchlichkeit des Konflikts.

Im Rahmen der Fortbildung wird sich zunächst ganz allgemein dem Begriff des Antisemitismus angenähert. Am Beispiel des Themas Nahostkonflikt wird dann exemplarisch über Ausgangsbedingungen, Ansatz und Handlungsoptionen einer politischen Bildungsarbeit gesprochen, die Antisemitismus präventiv entgegenwirken will. Dabei wird auch ein Einblick in bewährte pädagogische Methoden ermöglicht, mit denen Antisemitismus in (Jugend)Gruppen thematisiert werden kann.

Hinweis: Keine Anmeldung erforderlich.

Ausstellung

„Oh eine Dummel“ – Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit in Karikatur und Satire

Sa 29.06.2019 bis Do 18.07.2019
Ort: Kleine Altstadt Galerie Dachau
Burgfriedenstr. 2, 85221 Dachau

Details zur Ausstellung

Die Wanderausstellung „Oh, eine Dummel! Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit in Karikatur und Satire“, unter der Schirmherrschaft des Niedersächsischen Kultusministers Grant Hendrik Tonne, ermöglicht einen besonders jugendgerechten Zugang zu den Themen Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit. Anhand von ca. 60 aktuellen Karikaturen von namhaften Künstlern sowie satirischen Fernseh- und Filmbeiträgen, können sich die Ausstellungsbesucherinnen und -besucher mit den typischen, allzu simplen rechtspopulistischen und rechtsextremen Problemlösungsversuchen und Argumentationsweisen auseinandersetzen und so deren gefährlichen Gehalt offenlegen. Dem Betrachtenden bleibt hier das Lachen förmlich im Halse stecken.

Mehr Infos finden Sie hier.

Rundgang

Geführter Rundgang durch das NS-Dokumentationszentrum München

Do, 04.07.2019, 17.00 – 19.00 Uhr
Ort: NS-Dokumentationszentrum München,
Max-Mannheimer-Platz 1, 80333 München

Online-Anmeldung

Die Dauerausstellung „München und der Nationalsozialismus“ behandelt die Themen Ursprung und Aufstieg des Nationalsozialismus in München, die spezielle Rolle der Stadt im Terrorsystem der Diktatur und den schwierigen Umgang mit dieser Vergangenheit seit 1945. Zentrale Themen und Fragestellungen sind  und unter anderem „Warum München?“, „Ausgrenzung und Verfolgung“ und „Was hat das mit mir zu tun?“.

Der Rundgang dauert 120 Minuten und bietet einen Überblick über die vier Hauptabschnitte der Dauerausstellung. Er beginnt mit dem Ende des Ersten Weltkriegs und dem Ausbruch der Novemberrevolution im Jahr 1918 und erläutert die Entstehungs- und Aufstiegsphase der NSDAP. Darauf folgt eine kurze Darstellung der Funktionsweisen des NS-Staats und der Lebensbedingungen während des Regimes. Anschließend werden die Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs beschrieben und abschließend die Folgen des Nationalsozialismus bis in die Gegenwart in den Blick genommen.

Hinweis: Aufgrund der begrenzten Anzahl an Plätzen, melden Sie sich bitte hier an.

Workshop

„Couragiert dagegen halten!
Ein Argumentationstraining gegen menschenverachtende Parolen

Do, 19.09.2019, 18.00 – 21.30 Uhr
Ort: Kreisjugendring Dachau
Mittermayerstr. 22-24, 85221 Dachau

Referent: Dr. Alexander Klier
Dr. Alexander Klier ist Social Learning Consultant bei der Firma Beck et al. Services und hat zahlreiche Argumentationstrainings gegen rechte Stammtischparolen durchgeführt und hierzu auch publiziert. Er ist zudem Lehrbeauftragter an der Hochschule München und der Universität Potsdam.

Online-Anmeldung

Nicht erst seit dem erstarkenden Rechtspopulismus hochaktuell, bietet dieses Argumentationstraining eine „Handlungsanleitung“, wie man in verschiedenen Situationen mit rechtspopulistischen Parolen umgehen kann. Es geht dabei nicht um die Inhalte dieser Parolen, sondern um die (richtige) Art und Weise, im persönlichen Gespräch dagegen anzugehen. Was ist ein Argument? Was zeichnet Rechtspopulismen aus? Welchen Zusammenhang gibt es mit Stammtischparolen? Und: wie kann man diesen erfolgreich entgegentreten? Rechte Meinungen und Positionen tauchen mittlerweile oft unvermittelt in Diskussionen im Unterricht oder im Rahmen von Ausstellungsführungen auf. Darauf eindeutig, passend und treffend reagieren zu können, wünschen sich viele Verantwortliche und Betreuer /-innen. In der Veranstaltung soll für diese Situationen sensibilisiert werden. Verbunden mit Möglichkeiten, aktiv in das Argumentieren einzutreten.

Hinweis: Aufgrund der begrenzten Anzahl an Plätzen, melden Sie sich bitte hier an.

Film & Diskussion

„Das letzte Mahl“ – Filmvorführung mit anschließender Diskussion mit dem Regisseur

Mo, 18.11.2019, Beginn: 19.00 Uhr
Ort: Cinema Dachau
Fraunhoferstr. 5, 85221 Dachau

Infos zum Regisseur Florian Frerichs:
Schon seit seiner Jugend ist das Filmemachen Frerichs große Leidenschaft. Zusammen mit seinem damaligem Geschichtslehrer Dr. Stephan Warnatsch gründete er die Firma Warnuts Entertainment, die neben einigen Musikvideos diverse preisgekrönte Kurzfilme produzierte.

Kooperation: Runder Tisch gegen Rassismus Dachau e.V., Kreisjugendring Dachau, Cinema Dachau, Evangelische Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau.

Am Tag der Machtergreifung Hitlers kommt die jüdische Familie Glickstein in Berlin zum gemeinsamen Abendessen zusammen. Dabei tun sich überraschende Gräben auf: Während die neunzehnjährige Leah ihren Eltern eröffnet, dass sie nach Palästina gehen wird, möchte ihr achtzehnjähriger Bruder mit seinen Freunden zum Fackelzug der Nazis, um der neuen Zeit zu huldigen. Florian Frerichs erzählt in seinem mehrfach ausgezeichneten Kinodebüt von der Welt und den Mitgliedern der jüdischen Familie Glickstein, die zum gemeinsamen Abendessen zusammensitzen, sich Witze erzählen, die politische Situation in Deutschland kontrovers diskutieren und nicht absehen können, dass die Welt am nächsten Morgen eine andere sein wird. Die Bild-Zeitung schrieb anläßlich der Premiere von „Das letzte Mahl“: „Diesen Film braucht Deutschland jetzt!“ Angesichts einer wachsenden rechtspopulistischen Entwicklung in ganz Europa ist dieses Statement Lob und Ansporn zugleich, gegen diese Tendenzen aktiv zu werden.

Nach dem Film steht der Regisseur Florian Frerichs für Fragen des Publikums zur Verfügung. Die Veranstaltung wird von Dr. Björn Mensing und Dr. Robert Philippsberg moderiert.

Hinweis: Kartenreservierungen im Kino unter Tel. 08131/266 99 – Sonderpreis 5 Euro (keine weiteren Ermäßigungen möglich).

Ein Kooperationsprojekt von

Kreisjugendring Dachau
Mittermayerstr. 22-24, 85221 Dachau

Ansprechpartnerin:
Stefanie Steinbauer
Tel. 08131-2717042
steinbauer•kjr-dachau,de

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Runder Tisch gegen Rassismus Dachau e.V.
c/o Neufeldstr. 14, 85221 Dachau

Ansprechpartner:
Peter Heller

kontakt•dachau-zeigt-zivilcourage,de

Online-Anmeldung

Die Teilnehmendenzahl für die Workshops ist auf 20 Personen beschränkt, eine Voranmeldung ist erforderlich. Eine frühzeitige Anmeldung ist aufgrund der begrenzten Anzahl an Workshop-Plätzen zu empfehlen.
zur Online-Anmeldung

Der Teilnehmendenbeitrag von 5 Euro wird für die Verpflegung während der Veranstaltung erhoben. Der Unkostenbeitrag wird bei der Veranstaltung entrichtet.

Alle Veranstaltungen finden im Max Mannheimer Studienzentrum, Rosswachstr. 15 in Dachau statt. (Bus 726 vom Bahnhof Dachau, Haltestelle: John-F.-Kennedy-Platz)