Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit – Herausforderungen für die Jugend- und Bildungsarbeit

Workshops für Jugendleiter*innen, pädagogische Fachkräfte und alle Interessierten

Ein Kooperationsprojekt des Kreisjugendrings Dachau und des Max Mannheimer Studienzentrums

Seminarort: Max Mannheimer Studienzentrum, Rosswachstr. 15, 85221 Dachau

Termine: 09.03, 04.04. und 09.05.2017 je von 18.00 bis 21.30 Uhr

Teilnahmegebühr pro Workshop: 5 € (Verpflegung inklusive)

Max. 20 Teilnehmer*innen

Es kann sowohl an einer Einzelveranstaltung als auch an der ganzen Reihe teilgenommen werden. Bei Interesse ist eine Fortführung der Workshop-Reihe geplant. Wenn Sie Ideen und Anregungen für Themen haben, können Sie diese gerne einbringen.

Beschreibung
Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit ist in Deutschland auf dem Vormarsch und tritt in verschiedenen Facetten auf. Dabei ist sie nicht immer auf den ersten Blick erkennbar, jedoch stets ein Angriff auf die pluralistische Gesellschaft und stellt damit auch die pädagogische Arbeit vor neue Herausforderungen. Weiterhin findet Ausgrenzung aufgrund von Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit längst nicht mehr nur im realen Leben, sondern zunehmend auch online statt, wie die erschreckend hohe Anzahl von Hasskommentaren im Internet deutlich zeigt. Wie erkenne ich jedoch Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit? Was für Interventionsmöglichkeiten gibt es? Antworten auf diese Fragen liefert die Fortbildungsreihe, die in Kooperation des Kreisjugendrings Dachau mit dem Max-Mannheimer Studienzentrum veranstaltet wird. Es findet in drei interaktiven Workshops eine Auseinandersetzung mit verschiedenen Erscheinungsformen Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit statt und es wird aufzeigt, welche Interventionsmöglichkeiten es im pädagogischen Bereich gibt.

Zielgruppen
Ehrenamtliche Jugendleiter*innen, Pädagogische Fachkräfte der außerschulischen Bildungs- und Jugendarbeit, Lehrer*innen und im Themenfeld ehrenamtlich Engagierte

1. Workshop

Homo- und Trans*feindlichkeit – Erscheinungsformen und Möglichkeiten der Intervention

Do, 09.03.2017, 18.00 – 21.30 Uhr
Ort: Max Mannheimer Studienzentrum, Dachau

Leitung: Carolin Küppers
Carolin Küppers ist wissenschaftliche Referentin für Bildung und Antidiskriminierung bei der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld in Berlin.

Inzwischen scheint viel in Bewegung gekommen zu sein – bspw. die Verabschiedung des Gleichbehandlungsgesetzes, die Errichtung eines Denkmals für die erste homosexuelle Emanzipationsbewegung in Berlin und der Beschluss, die in den 1950er Jahren nach §175 Verurteilten zu rehabilitieren. Diese Entwicklung führt häufig zu der Annahme, dass lesbische, schwule, bisexuelle, transgeschlechtliche und queere Menschen heute in unserer Gesellschaft keine Probleme mehr haben.

Doch es ist wichtig hier nochmals genauer hinzuschauen. Homo- und Trans*feindlichkeit sind in der Gesellschaft nach wie vor vorhanden – in jüngster Zeit auch verstärkt initiiert durch die AfD und Pegida. „Schwul“, „Kampflesbe“ und „Transe“ sind nach wie vor gängige Schimpfwörter auf Schulhöfen und anderswo.

In diesem Workshop beschäftigen wir uns zunächst damit, wer von Homo- und Trans*feindlichkeit betroffen ist und klären grundlegende Begrifflichkeiten – bspw. was sich hinter dem * verbirgt. Wir schauen uns an, wie Homo- und Trans*feindlichkeiten gesellschaftlich wirken und welche Ängste die Vielfalt sexueller Orientierungen und geschlechtlicher Identitäten hervorzurufen scheint. Abschließend setzen wir uns mit Handlungsmöglichkeiten auseinander, wie wir Homo- und Trans*feindlichkeit entgegen wirken können.

2. Workshop

Ist das Social Web 2.0 “rechts”? Über Strategien Rechtsextremer im Netz und was dagegen getan werden kann

Di, 04.04.2017, 18.00 – 21.30 Uhr
Ort: Max Mannheimer Studienzentrum, Dachau

Leitung: Christina Dinar
Christina Dinar leitet das Projekt „No-Nazi-Net“ bei der Amadeo-Antonio Stiftung in Berlin.

Wie sieht es aus mit der NPD im Netz, welche Themen nutzt sie und wie arbeitet sie im Web 2.0? Warum war Pegida so erfolgreich – lag das an Facebook? Und wie kommt es, dass ich manchmal rechtspopulistische Debatten auch in meiner Facebooktimeline finde? Sind Rechtsextreme eigentlich nur männlich oder werden auch weibliche User*innen angesprochen?

Das Internet und darin die privaten Sozialen Netzwerke sind längst elementare Bestandteile der Lebenswelten und Orte der Sozialisation und Identitätsbildung von Jugendlichen geworden. Auch die politische Meinungsbildung findet zunehmend über das Internet statt. Diesen kommunikativen Raum haben jedoch seit einigen Jahren auch rechtsextreme Parteien und Gruppierungen für sich entdeckt. Das Internet gilt für Rechtsextremisten als Propagandamedium Nummer eins. In äußerst viralen Kampagnen schaffte es beispielsweise die NPD unter anderem mit der Hetze gegen Flüchtlingsheime und vermeintlichen „Kinderschändern“ auch viele Jugendliche zu radikalisieren. Der Partei ist es zusammen mit unzähligen weiteren rechtsextremen Gruppierungen – wie beispielsweise der sehr jugendaffinen, neurechten „Identitären Bewegung“- gelungen, Soziale Netzwerke mit Hassinhalten zu überfluten. Soziale Netzwerke sind demnach der ideale Ort, um junge Menschen, die in ihrem Demokratieverständnis noch nicht gefestigt sind, unabhängig von Bildungsstand, Herkunft oder politischer Überzeugung für sich zu gewinnen.

In einem Kurzvortrag (mit vielen Bildern) sehen wir uns Strategien von Rechtextremen in den Sozialen Netzwerken näher an und analysieren diese gemeinsam. In einer Gruppenarbeit entwickeln wir dann mögliche Gegenstrategien, die im Netz angewendet werden können.

3. Workshop

Das Sprechen über den Islam zwischen antimuslimischem Rassismus und demokratischer Kritik

Di, 09.05.2017, 18.00 – 21.30 Uhr
Ort: Max Mannheimer Studienzentrum, Dachau

Leitung: Dr. Floris Biskamp
Dr. Floris Biskamp ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Gesellschaftswissenschaften der Universität Kassel.

Egal, ob der Anlass ein islamistischer Terroranschlag, das islamische Kopftuch in Schulen oder der Bau einer Moschee in der Nachbarschaft ist – immer wieder taucht in den „Islamdebatten“ dasselbe Dilemma auf: Auf der einen Seite gibt es ein immer sichtbarer werdendes Ressentiment gegen Islam und Muslim*innen, das auch zu Diskriminierung und Gewalt gegen diese Minderheit führt. Auf der anderen Seite gibt es auch in Europa weit verbreitete Auslegungen des Islam, die aus demokratischer Perspektive Gegenstand der Kritik sein müssen. Im Workshop wird es darum gehen, die Probleme auf beiden Seiten zu benennen und herauszuarbeiten, wie sich demokratische Kritik in diesem Dilemma verhalten kann.

Online-Anmeldung

Die Teilnehmendenzahl für die Workshops ist auf 20 Personen beschränkt, eine Voranmeldung ist erforderlich. Eine frühzeitige Anmeldung ist aufgrund der begrenzten Teilnehmer_innenzahl zu empfehlen.
zur Online-Anmeldung

Der Teilnehmendenbeitrag von 5 Euro wird für die Verpflegung während der Veranstaltung erhoben. Der Unkostenbeitrag wird bei der Veranstaltung entrichtet.

Alle Veranstaltungen finden im Max Mannheimer Studienzentrum, Rosswachstr. 15 in Dachau statt. (Bus 726 vom Bahnhof Dachau, Haltestelle: John-F.-Kennedy-Platz)

Ein Kooperationsprojekt von

Kreisjugendring Dachau
Mittermayerstr. 22-24, 85221 Dachau

Ansprechpartner:
Dr. Robert Philippsberg
Tel. 08131-2717042
philippsberg•kjr-dachau,de

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Max Mannheimer Studienzentrum
Roßwachtstr. 15, 85221 Dachau

Ansprechpartner:
Steffen Jost
Tel. 08131-617714
jost•mmsz-dachau,de