„Oh eine Dummel“ – Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit in Karikatur und Satire.

5. Demokratiekonferenz der Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Dachau

Die Wanderausstellung „Oh, eine Dummel! Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit in Karikatur und Satire“, unter der Schirmherrschaft des Niedersächsischen Kultusministers Grant Hendrik Tonne, ermöglicht einen besonders jugendgerechten Zugang zu den Themen Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit. Anhand von ca. 60 aktuellen Karikaturen von namhaften Künstlern sowie satirischen Fernseh- und Filmbeiträgen, können sich die Ausstellungsbesucherinnen und -besucher mit den typischen, allzu simplen rechtspopulistischen und rechtsextremen Problemlösungsversuchen und Argumentationsweisen auseinandersetzen und so deren gefährlichen Gehalt offenlegen. Dem Betrachtenden bleibt hier das Lachen förmlich im Halse stecken.

Dies soll zum Ausgangspunkt genommen werden, um über die Entstehung und über Formen von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit nachzudenken und gemeinsam darüber zu diskutieren, wie man dem etwas entgegensetzen kann. Das speziell für diese Ausstellung erarbeitete didaktische Material begleitet diese Prozesse.

Rahmenprogramm
Zu der Ausstellung gibt es ein vielfältiges Rahmenprogramm mit Vorträgen und kulturellen Beiträgen. Die Termine im Einzelnen sind:

29.06.2019: Vernissage mit Grußworten und Eröffnung von Landrat Stefan Löwl, Oberbürgermeister Florian Hartmann und Ludwig Gasteiger (Geschäftsführer des KJR-Dachaus). Im Anschluss gibt es einen Eröffnungsvortrag über das Ausstellungkonzept und die Bedeutung von Satire in der Präventionsarbeit gegen Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit. Referent ist Marcus Laube aus dem Ausstellungsteam. Abschließend gibt es einen Rundgang durch die Ausstellung, in der Herr Laube als Ansprechpartner zur Verfügung steht. Beginn der Veranstaltung ist 18:00 Uhr. Bitte melden Sie sich online für die Vernissage an.
Online-Anmeldung Vernissage

 

18.07.2019: Finissage mit einer Lesung aus der Graphic Novel Drei Steine“. Darin wird die autobiografische Geschichte von Nils Oskamp erzählt, der in den achtziger Jahren in Dortmund-Dorstfeld Opfer rechter Gewalt wird.
Beginn der Veranstaltung ist 19:00 Uhr.

Ausstellungsort
Kleine Altstadt Galerie Dachau
Burgfriedenstr. 2, 85221 Dachau

Öffnungszeiten
29.06.2019 – 18.07.2019
Die genauen Öffnungszeiten werden noch bekannt gegeben.

Online-Anmeldung
Lehrkräfte können für ihre Schulklasse geführte Rundgänge buchen. zur Online-Anmeldung

Einstiegsprogramm

14:00 Uhr – Filmischer Zusammenschnitt des von Nico Homann (Abteilung „Jugend und Integration der Stadt Dachau) geleiteten Theaterprojekts „Eine Liebe immer“

14:10 Uhr – Grußwort und Eröffnung von Landrat Stefan Löwl, Oberbürgermeister Florian Hartmann und Stephan Batteiger (Vorsitzender des KJR-Dachaus)

14:30 Uhr – Eröffnungsvortrag „Geschichte und Gegenwart der Integration seit Bestehen der Bundesrepublik Deutschland“
In dem Vortrag gibt der renommierte Migrationsforscher Prof. Dr. Karl-Heinz Meier Braun einen Einblick in die wechselvolle Integrationsgeschichte seit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland und zeigt Wege gelingender Integration auf. Der Referent Prof. Dr. Karl-Heinz Meier Braun ist Integrationsbeauftragter des SWR a.D. und Autor des Buchs „Die 101 wichtigsten Fragen: Einwanderung und Asyl“.

Workshops

15:40 – 17:30 Uhr – Workshops – Sie können einen der vier Workshops besuchen. Erfahren Sie mehr über die Workshops, indem Sie den Workshop-Titel anklicken.

Workshop 1: Integration – was heißt das? (Voices of Refugees)

Wir reden viel über Integration und noch mehr über diejenigen, die sich integrieren sollen. Doch was heißt das ganz konkret? Und wie denken diejenigen, die sich integrieren sollen? Welche Fragen bewegen sie, wenn sie hier ankommen? Was ist verwirrend? Was ist überflüssig? Was ist einfacher als im Heimatland? Was ist ganz anders, neu, überraschend? Was macht Angst? Was benötigt man, um hier zurecht zu kommen? Wann ist man wirklich angekommen? Welche Hürden müssen genommen werden? Wer hilft? Wie kann die Stadt unterstützen? Und wie können sich die Neubürgerinnen und Neubürger selbst für „ihre“ neue Stadt und ihre neuen Nachbarn engagieren? Fragen über Fragen. Geflüchtete, Migrant*innen und Dachauer*innen haben in diesem Workshop die Möglichkeit, sich intensiv über diese Fragen auszutauschen um einen Perspektivwechsel vollziehen zu können. Die Ergebnisse des Workshops werden in das Integrationskonzept der Stadt Dachau einfließen.

Workshopleitung: Waltraud Wolfsmüller (Arbeitskreis Asyl), Verena Milasta (Abteilung Jugend der Stadt Dachau) und Geflüchtete

Zielgruppe: Ehren- und hauptamtlich Beschäftigte in der Arbeit mit Geflüchteten, in der Jugend- und Erwachsenenbildung und Interessierte

Workshop 2: Dem Populismus Paroli bieten! Ein Argumentationstraining gegen rechte und fremdenfeindliche Parolen

Dieses Argumentationstraining bietet eine „Handlungsanleitung“, wie man in verschiedenen Situationen mit rechtspopulistischen Parolen umgehen kann. Es geht dabei nicht um die Inhalte dieser Parolen, sondern um die (richtige) Art und Weise, im persönlichen Gespräch dagegen anzugehen. Was ist ein Argument? Was zeichnet dagegen (Rechts-) bzw. flüchtlingsfeindliche Populismen aus? Und: wie kann man diesen erfolgreich entgegentreten? Rechte Meinungen und fremdenfeindliche Positionen tauchen mittlerweile sehr oft in Diskussionen oder unvermittelt im Rahmen von Seminaren auf. Darauf sofort, eindeutig, passend und treffend reagieren zu können, wünschen sich viele. In diesem Workshop soll auf eine solche Situation vorbereitet werden. Verbunden mit Möglichkeiten, aktiv in das Gegen-Argumentieren einzutreten.

Workshopleiter: Dr. Alexander Klier (Social Learning Consultant bei der Firma Beck et al. Services)

Zielgruppe: Ehren- und hauptamtlich Beschäftigte in der Arbeit mit Geflüchteten und Interessierte

Workshop 3: Produktive Kommunikation über kulturelle, sprachliche und funktionale Barrieren hinweg

Die Interkulturelle Kompetenz ist in aller Munde. Dabei wird sie in erster Linie als Konfliktpotential und Synergien im Zusammenwirken zwischen den Menschen, die aus unterschiedlichen Kulturkreisen kommen, verstanden. Doch die Mechanismen der Stereotypenbildung, Missverständnissen, aber auch die Lösungsansätze auf diesem Gebiet ähneln den anderen interkulturellen Kontexten, z.B. wenn die Menschen verschiedener sozialer Prägung, verschiedener Berufe oder verschiedener „Funktionen“ (z.B. Ehrenamt und Verwaltung) zusammenarbeiten. Nach einer Einführung in die interkulturelle Kompetenz werden die Teilnehmer *innen in Arbeitsgruppen Fragestellungen in der Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Akteuren ausarbeiten, sich gegenseitig präsentieren und diskutieren. Anschließend wird das Erlernte – im Rahmen einen interaktiven Vortrages – in die klassische interkulturelle Kompetenz „übersetzt“ und die Ideen für die gemeinsame Handlungsweisen in der Arbeit mit Menschen mit Migrationshintergrund ausgearbeitet.

Workshopleiterin: Irina Slot (Dozentin, Beraterin und Trainerin für Interkulturelle Kompetenz in der Praxis)

Zielgruppe: Ehren- und hauptamtlich Beschäftigte in der Arbeit mit Geflüchteten, in der Jugend- und Erwachsenenbildung und Interessierte

Workshop 4: Die besondere Situation queerer Geflüchteter in der Integrationsarbeit

LGBTQ Geflüchtete haben mit besonderen Schwierigkeiten zu kämpfen. Viele haben nicht nur eine lebensgefährliche Flucht hinter sich, sondern treffen auch in den Unterkünften im Aufnahmeland oftmals auf ein Umfeld, das ihre sexuelle Orientierung bzw. Identität mitunter vehement ablehnt. Daher bleiben diese Themen häufig tabuisiert und werden aus Angst zum Teil auch nicht gegenüber Behörden und Helfer*innen geäußert, was den Erfolg des Asylverfahrens gefährden kann. In dem Workshop wird über die Situation queerer Geflüchteter informiert und veranschaulicht, was in der Arbeit mit ihnen zu beachten ist, damit ihre Integration auch angesichts erschwerender Begleitumstände gelingen kann.

Workshopleiter: Sara Schmitter (LeTRa München) und Hannes Warcup (Sub e.V., Psychosozialer Berater)

Zielgruppe: Ehren- und hauptamtlich Beschäftigte in der Arbeit mit Geflüchteten und Interessierte

17:30 Uhr – Pause/Häppchen

Abschlussprogramm

17:45 Uhr – Ausschnitt aus einem Theaterprogramm von Geflüchteten unter Leitung von Nico Hohmann (Abteilung „Integration und Jugend“ der Stadt Dachau)

18:00 Uhr – Podiumsdiskussion mit Waltraud Wolfsmüller (Arbeitskreis Asyl), Irina Slot (Dozentin, Beraterin und Trainerin für Interkulturelle Kompetenz in der Praxis), Yasdan Ayo (Student und Geflüchteter), Peter Wummel (Rektor der Eduard-Spranger Mittelschule in München) und Isabel Junges (Jugendmigrationsdienst München). Moderation: Manina Ott.

19:00 Uhr – Ende der Veranstaltung

Veranstalter

Koordinierungs- und Fachstelle der Partnerschaft für Demokratie
Kreisjugendring Dachau
Mittermayerstr. 22-24
85221 Dachau

Ansprechpartnerin

Stefanie Steinbauer
Pädagogische Mitarbeiterin
Partnerschaft für Demokratie
Mittermayerstraße 22-24
85221 Dachau
Tel. 08131-35678-20
Fax 08131-35678-99
steinbauer•kjr-dachau,de

Vergangene Demokratiekonferenzen

1. Demokratiekonferenz am 10.03.2016 im Ludwig-Thoma-Haus Dachau
Radikalisierung Jugendlicher im Kontext von Rechtsradikalismus und radikalem Islamismus – Möglichkeiten der Prävention und Intervention

2. Demokratiekonferenz am 15.10.2016 in der Wirtschaftsschule Scheibner Dachau
Engagiert euch! – Möglichkeiten des Engagements und der Beteiligung Jugendlicher

3. Demokratiekonferenz am 13.05.2017 im Ludwig-Thoma-Haus Dachau
Integrationskultur – Wege gelingender Integration

4. Demokratiekonferenz am 20./21.03.2018 in der Mittelschule Karlsfeld
Gelebte Demokratie an der Mittelschule Karlsfeld