Seit Beginn der Corona-Pandemie versuchen Extremisten verschiedener politischer Färbung, Hass zu säen und Sorgen zu instrumentalisieren. Besonders Rechtsextremisten traten und treten hier aktiv und teilweise subtil auf. Verwiesen sei hier besonders auf die seit Dezember 2021 organisierten „Spaziergänge“, bei denen Aktivisten des III. Wegs oder der rechtsextremistischen Gruppierung Kollektiv Zukunft beteiligt sind. Extremismus ist in den letzten beiden Jahren wieder publiker und sichtbarer geworden.

In extremen Köpfen

Prävention, allem voran eine umfassende Aufklärungs- und Bildungsarbeit sind der beste Schutz vor Extremismus und Radikalisierung. Mit der Demokratiekonferenz „In extremen Köpfen“ widmet sich die Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Dachau zwischen dem 29. Novermber und 1.Dezember 2022 genau diesem Themenfeld. Im Fokus steht dabei die Jugend, als Umbruchs- und Orientierungsphase, in der Jugendliche besonders empfänglich sind für Radikalisierungsprozesse. Mit einem breiten Angebot bieten wir Schulen, Jugendzentren und auch Eltern und Lehrkräften, die Möglichkeit sich in dieser Woche rund um das Thema Extremismus zu informieren, auszutauschen und fortzubilden.

Alle Angebote sind kostenfrei, aber ggfs. mit Anmeldung oder Reservierung.

Verschwörung, oder was?!: Verschwörungstheorien und wie wir damit umgehen wollen ist ein Workshop geeignet für Jugendliche ab Jahrgangsstufe 8.

Was genau ist eigentlich eine Verschwörungstheorie? Welche Merkmale haben Verschwörungsmythen, was unterscheidet sie von demokratischer Kritik und wie kann ich damit umgehen? Mit diesen Fragen beschäftigen sich die Schüler*innen und knüpfen dabei an ihre eigenen Lebenswelten an: Sie erhalten Raum, sich über Themen auszutauschen, die sie selbst beschäftigen und erproben spielerisch Handlungsmöglichkeiten für die Begegnung mit verschwörungstheoretischem Denken.

Referent*innen: Teamer*innen von ufuq (Fachstelle zur Prävention religiös begründeter Radikalisierung in Bayern)

Ort: In Eurer Schule vor Ort

Zeiten: 29.11., 30.11. oder 01.12., jeweils vormittags

Workshop buchen

Die sozialen Medien haben sich zu einem Raum des Hasses und der Unwahrheit entwickelt. Ohne diese digitalen Brandbeschleuniger sind rechtsextreme Wahlerfolge ebenso wenig zu verstehen wie die Mobilisierung der Corona-Proteste oder auch die jüngste Welle rechter Gewalt. Maik Fielitz erörtert in seinem Vortrag die fatalen Entwicklung und geht ihren Ursachen auf den Grund. Er diskutiert die manipulativen Techniken rechtsextremer Akteure und erklärt, warum sie in digitalen Kommunikationsräumen eine solche Dynamik entfalten können. Wie sich dieser »digitale Faschismus« bändigen ließe, ohne die Werte der offenen Gesellschaft in Mitleidenschaft zu ziehen, wird gemeinsam mit dem Publikum diskutiert.

Referent: Maik Fielitz, Autor und Wissenschaftlicher Referent am Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft

Ort: Digital über Zoom

Zeit: 29.11., 18:00 Uhr

Zur Anmeldung

Zwei Jugendkulturen und eine Band, die eines gemeinsam haben: Sie sind vor allem bei der Mehrheit der Älteren nicht sehr beliebt. Sie gelten als gewalttätig, rechts- oder linksradikal, provozieren schon allein durch ihr Auftreten. Doch wie viel haben die Mythen und Vorurteile mit der Realität zu tun? Und wie entstand das öffentliche Bild von Skinheads und Punks, der Band Böhse Onkelz und ihren Fans? Der Vortrag/Workshop zeichnet die gemeinsame Geschichte der Szenen nach, die zugleich auch ein Stück Mediengeschichte ist.

Referent*innen: Teamer*innen von Culture on the Road

Ort:

Zeit:

Ohne Anmeldung und mit Einlassvorbehalt

Ein Planspiel zu Polarisierungsprozessen in der Gesellschaft für Jugendliche ab Jahrgangsstufe 8

Polarisierung spielerisch und multiperspektivisch thematisieren – das bietet dieses Planspiel. Die Teilnehmer*innen schlüpfen in unterschiedliche Rollen und identifizieren sich mit diesen. Ihr Auftrag ist, so zu handeln, wie die Person, die sie spielen es machen würde. Manchmal nicht ganz einfach.
In dem ca. 120 minütigen angeleiteten Planspiel werden Stufen der Polarisierung schauspielerisch dargestellt und anhand eines unbedenklichen Themas thematisiert. In der sich anschließenden Reflexionsrunde werden die Eindrücke der Teilnehmerinnen und Teilnehmer besprochen und mögliche Gründe für extremistische und religiös begründete Polarisierungsprozesse benannt. Dies befähigt die Teilnehmenden langfristig dazu, kritische Tendenzen jeglicher Art früh zu erkennen und Unterstützungsangebote einzuholen. Planspiele versetzen Jugendliche und Erwachsene in ein Szenario, in dem sie experimentell handeln können. Dies garantiert einen hohen Spaßfaktor ☺. So erfahren die Beteiligten in geschützter Atmosphäre beispielsweise, wie sie sich an demokratischen Aushandlungsprozessen beteiligen können und Probleme gemeinschaftlich lösen. Das integrierte Rollenspiel verhindert die bloße Reproduktion einer subjektiven Meinung und sichert die Darstellung der Bandbreite themenspezifischer Meinungsbilder sowie der ihnen zugrunde liegenden Einstellungsmuster.

Trainerin: Antje Held, Demokratiezentrum Baden-Württemberg

Ort: In jeweiliger Schule

Zeit: 30.11., vormittags

Planspiel buchen

Seit einigen Jahren ist in der extremen Rechten viel Bewegung: Rechte Parteien arbeiten in Parlamenten an einem Umbau der Gesellschaft. Teile der extremen Rechten inszenieren sich zeitgemäß. Rassistische, demokratie- und menschenfeindliche Inhalte verbergen sich hinter cool und provokant wirkendem Auftreten.
Welche Strategien verwenden extreme Rechte? Mit welchen Themen und Aktionen treten sie auf? Wie gestaltet sich rechte „Erlebniswelt“? Was sind Symbole und Codes der extremen Rechten? Welche Bedeutung haben dabei Sport und Musik? Diese Fragen werden in einem interaktiven Vortrag mit den Teilnehmenden diskutiert.

Ort: Digital über Zoom

Zeit: 30.11., 18:00 Uhr.

 

Stefanie Steinbauer

Pädagogische Leitung Bereich außerschulische Bildung (mit Partnerschaft für Demokratie und Internationale Jugendbegegnung)

Tel.: 08131/35678-20
Mail: steinbauer•kjr-dachau,de

Kooperation & gemeinsame Organisation mit