Sexuelle Gewalt betrifft auch uns!
Sexuelle Übergriffe verhindern!
Ein „Netz der Sicherheit“ aufbauen!

Wir wissen, dass Mädchen und Jungen jeden Alters und jeder Herkunft Opfer sexueller Gewalt werden können. Wir wissen auch, dass Täter und Täterinnen meist strategisch vorgehen und sich bevorzugt überall dort aufhalten, wo sie Kontakt zu Kindern und Jugendlichen aufbauen können. Deshalb muss die Prävention sexueller Gewalt ein Thema in der Kinder- und Jugendarbeit sein. Denn: Wir haben sowohl Betroffene als auch Täter unter uns. Es liegt in unserer Verantwortung, Kinder und Jugendliche vor sexueller Gewalt möglichst wirksam zu schützen und Täter und Täterinnen abzuschrecken. Es ist unsere Aufgabe, die Initiative zu ergreifen.

sparkassenstiftung
Die Sparkasse Dachau unterstützt den Kreisjugendring Dachau dabei durch Fördermittel ihrer Stiftung Soziales.


Bundeskinderschutzgesetz – Erweitertes Führungszeugnis

Das Bundeskinderschutzgesetz regelt unter anderem, dass Personen, die wegen Sexualdelikten vorbestraft sind, nicht bei der Betreuung von Kindern und Jugendlichen eingesetzt werden dürfen. Diese Regelung gilt auch für ehrenamtliche JugendleiterInnen. Um überprüfen zu können, ob jemand „einschlägig“ vorbestraft ist, gibt es das sogenannte „Erweiterte Führungszeugnis“.

Die Verantwortlichen der Jugendorganisationen müssen sich von einem ehrenamtlichen Jugendleiter dann ein „Erweitertes Führungszeugnis“ vorlegen lassen, wenn Art, Intensität und Dauer des Kontakts zu Kindern und Jugendlichen es erfordern. Als Hilfe für die Beurteilung dieser Frage enthält die Arbeitshilfe des Deutschen Bundesjugendrings (DBJR) auf den Seiten 11, 12 und 13 verschiedene Kriterien.

Mit der Einsichtnahme in das erweiterte Führungszeugnis wird es sich unter Umständen nicht vermeiden lassen, dass Verantwortliche der Jugendorganisationen Einsicht in Einträge bekommen, die für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen unerheblich sind. Um zu vermeiden, dass die Einsicht nehmenden Personen wider Willen zu „Geheimnisträgern“ werden, gibt es jetzt im Landkreis Dachau eine Regelung, die dieser Problematik Rechnung trägt. Dabei wird das ausgestellte Erweiterte Führungszeugnis Amtspersonen der Kommunen, welche strengen Datenschutzrichtlinien verpflichtet sind, zur Einsichtnahme vorgelegt. Die Kommunen stellen den Betroffenen im Anschluss eine Formblattbescheinigung aus, „dass gegen die jeweilige Person kein Tätigkeitsausschluss nach § 72 a SGB VIII vorliegt“.

Konkret ist folgendes vorgesehen:

  1. Die Jugendorganisation bzw. der Verein stellt fest, welche Jugendleiter Einsicht in das Erweiterte Führungszeugnis geben müssen.
  2. Die Jugendorganisation bzw. der Verein, bei dem der Ehrenamtliche tätig ist oder tätig werden möchte, händigt dem Ehrenamtlichen, bei dem sie Einsicht in das Erweiterte Führungszeugnis nehmen will ein Schreiben aus, wonach er zur Eignungsprüfung ein Erweitertes Führungszeugnis vorlegen muss.
  3. Mit diesem Anforderungsschreiben beantragt der Ehrenamtliche bei seiner Gemeinde/Stadt ein erweitertes Führungszeugnis nach § 30 a BZRG.
  4. Dabei legt er auch ein Formblatt vor, ihm die Kosten für die Ausstellung zu erlassen.
  5. Das Erweiterte Führungszeugnis wird dem Antragsteller persönlich zugestellt.
  6. Der Jugendleiter kann nun wählen, ob er das Erweiterte Führungszeugnis direkt dem Vorsitzenden vorzeigt oder sich eine „Negativerklärung nach Paragraph 72 a SGB VIII“ ausstellen lässt.
  7. Wenn er sich eine Negativerklärung ausstellen lassen will, begibt sich der Ehrenamtliche mit dem Erweiterten Führungszeugnis zur Wohnsitzgemeinde oder – mit Ausnahme der Stadt Dachau – zu einer anderen Gemeinde im Landkreis Dachau und legt dort das Erweiterte Führungszeugnis zur Einsichtnahme vor.
  8. Die Gemeindeverwaltung bestätigt anhand einer „Negativerklärung nach Paragraph 72 a SGB VIII“, dass das Erweiterte Führungszeugnis keine Einträge zu den nach den gesetzlichen Vorgaben relevanten Straftatbeständen enthält.
  9. Der Ehrenamtliche legt entweder das Erweiterte Führungszeugnis oder die Negativerklärung dem Verantwortlichen der Jugendorganisationen bzw. des Vereins zur Einsichtnahme vor. Das Erweiterte Führungszeugnis und/oder die Negativerklärung bleiben im Besitz des Ehrenamtlichen.
  10. Bei der Einsichtnahme und Speicherung der Daten hat der Verantwortliche des Vereins bzw. der Jugendorganisation die datenschutzrechtlichen Vorgaben zu beachten. Der Verantwortliche kann dazu den Namen in einer Tabelle auflisten und vermerken, dass Einsicht genommen wurde.
  11. Dies sollte mit Angabe des Datums der Einsichtnahme erfolgen, weil diese entsprechend des beschriebenen Verfahrens nach fünf Jahren wiederholt werden muss.

Im „Konzept des Landkreises Dachau zur Umsetzung des Bundeskinderschutzgesetzes – Erweiterte Führungszeugnisse für ehrenamtlich tätige Personen“ werden die Hintergründe und das Vorgehen ausführlich beschrieben.

Der Kreisjugendring Dachau steht selbstverständlich gerne für Beratungen zur Verfügung:
Telefon: 08131-351864 oder email•kjr-dachau,de

Anmerkung: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird bei Personen lediglich die männliche Form verwendet.


Notrufnummer 08131 – 27 17 0 40

Beim Kreisjugendring Dachau gibt es eine Notrufnummer, an die sich JugendguppenleiterInnen, Kinder und Jugendliche aus den Jugendorganisationen und Eltern wenden können, die einen Verdacht haben, von Opfern ins Vertrauen gezogen wurden oder Gesprächsbedarf und Fragen zu diesem Thema haben.

Unter der Telefonnummer 08131 – 27 17 040 ist eine Fachkraft des Bayerischen Jugendringes zu erreichen, die sich Ihres
Anliegens annimmt.
Zusätzlich besteht die Möglichkeit, mit ihr per E-Mail Kontakt aufzunehmen: vertrauensperson•kjr-dachau,de


Förderung von Fortbildungen für JugendleiterInnen

Der Kreisjugendring Dachau unterstützt die Qualifizierung der JugendleiterInnen und anderer Verantwortlicher der Vereine im Bereich der Prävention gegen sexuelle Übergriffe in der Jugendarbeit finanziell und organisatorisch.

Gefördert werden Abend-, Tages- und Wochenendveranstaltungen, beispielsweise mit folgendem Inhalt:
» Sensibilisierung für die Problematik
» Klärung gefährdender Situationen
» Umgang mit Verdachtsfällen
» Erarbeitung eines Verhaltenskodex für die JugendleiterInnen
» Erweitertes Führungszeugnis

Zuschuss
Bis zu 300,00 € je Fortbildungsmaßnahme für Referentenhonorare, Sachkosten.
Formloser Antrag an den KJR Dachau per E-Mail oder Brief.

Organisatorische Unterstützung
» Inhaltliche und organisatorische Planung der Fortbildung
» Referentensuche
» Organisatorische Unterstützung bei der Durchführung

Kontakt
Ludwig Gasteiger
Telefon: 08131 – 66 65 75 3
E-Mail: gasteiger•kjr-dachau,de

Verhaltenskodex

Der Verhaltenskodex stellt eine Selbstverpflichtung der Organisation und des einzelnen Jugendleiters/der einzelnen Jugendleiterin dar und beschreibt, welches Verhalten als angemessen betrachtet wird, um sexuelle Übergriffe zu verhindern.

Ein Verhaltenskodex kann
» unangemessenes Verhalten verhindern
» unangemessenes Verhalten sichtbar und bewusst machen
» mögliche Täter abschrecken

Jede Jugendorganisation sollte mit seinen JugendleiterInnen und Jugendbetreuern einen Verhaltenskodex erarbeiten. Die JugendleiterInnen verpflichten sich durch Unterschrift, den Verhaltenskodex einzuhalten.

Dokumente zum Herunterladen
» Verhaltenskodex des Bayerischen Jugendringes
» Verhaltenskodex des KJR Dachau für seine Ferienfreizeiten
» Kontrakt zwischen Teilnehmern und Betreuern bei Ferienfreizeiten des KJR Dachau

Beratungsstellen

Für eine fachlich qualifizierte Beratung und Begleitung stehen folgende Beratungsstellen zur Verfügung:

  • Amt für Jugend und Familie
    Kann selbst eingreifen und weitervermitteln
    Landratsamt Dachau, Weiherweg 16
    Tel.: 08131-74261
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  • IMMA Beratungsstellen
    Beratung von Mädchen aller Altersstufen
    Jahnstr. 38, 80469 München, Tel.: 089/260 75 31
    E-Mail: beratungsstelle•imma,de – Internet: www.onlineberatung.de
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  • Kinderschutzzentrum
    Beratungsstelle, Telefonberatung, Krisenintervention
    Kapuzinerstr. 9d, 80337 München, Tel.: 089-555356
    E-Mail: kischuz•dksb-muc,de – Internet: www.kinderschutzbund-muenchen.de
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  • Kibs – Kontakt-, Informations- und Beratungsstelle für männliche Opfer sexueller Gewalt
    Wir informieren, beraten und begleiten Jungen und junge Männer zwischen 0 und 21 Jahren, denen sexuelle Gewalt widerfahren ist. Neben dieser wichtigsten Zielgruppe richten sich unsere Angebote auch an Eltern, Angehörige, Partner von Betroffenen und weitere Bezugspersonen in deren Umfeld. Selbstverständlich beraten wir auch (pädagogische) Mitarbeiter anderer Institutionen. Beratung auch anonym über Internet.
    Kathi-Kobus-Str. 9, 80797 München, Tel.: 089 / 23 17 16 91 20 (auch -21 und -22)
    E-Mail: mail•kibs,de – Internet: www.kibs.de
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  • Power-Child e.V. – Prävention gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen
    Landshuter Allee 11, 80637 München, Tel.: 089 / 38 666 888
    E-Mail: info•power-child,de – Internet: www.power-child.de
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  • AMYNA – Institut zur Prävention von sexuellem Missbrauch
    Mariahilfplatz 9, 81541 München, Tel.: 089/89 05 745-100
    E-Mail: info•amyna,de – Internet: www.amyna.de
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  • Wildwasser München – Initiative gegen sexuellen Missbrauch
    Fachstelle für Prävention und Intervention bei sexualisierter Gewalt gegen Frauen und Mädchen
    Rosenheimerstr. 30, 81669 München, Tel.: 089/600 39 331
    E-Mail: info•wildwasser-muenchen,de – Internet: www.wildwasser-muenchen.de