Dachau, 16.06.2026 – Im Rahmen einer gemeinsamen Veranstaltung der Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Dachau, des Kreisjugendrings Dachau und der Buchhandlung Subtext war die Autorin Oliwia Hälterlein mit ihrem Roman Wir Töchter zu Gast in der Buchhandlung Subtext. Die Veranstaltung stieß auf großes Interesse: Knapp 40 Gäste füllten die Buchhandlung bis auf den letzten Platz. Die Mehrheit der Besucherinnen und Besucher waren Frauen, zugleich nahmen auch einige Männer an der Lesung und dem anschließenden Gespräch teil. Moderiert wurde der Abend von Julia Gasteiger.
In ihrem literarisch vielschichtigen Drei-Generationen-Roman setzt sich Oliwia Hälterlein mit Tochterschaften, familiären Beziehungen und weiblichen Lebensrealitäten auseinander. Ausgangspunkt ist das Aufwachsen im ländlichen Polen, die Migration nach Deutschland in der Wendezeit sowie das Leben einer Familie, die von der Erfahrung sozialer Ungleichheit, der Abwesenheit des Vaters und den Herausforderungen einer alleinerziehenden Mutter geprägt ist. Dabei verknüpft die Autorin persönliche Geschichten mit Fragen von Herkunft, Klasse, Geschlecht und gesellschaftlicher Zugehörigkeit. Besonders eindrücklich zeigt der Roman, wie Frauen mit Zuschreibungen und Etikettierungen konfrontiert werden und wie unterschiedliche soziale, klassengesellschaftliche und Herkunftserfahrungen ineinandergreifen.
Neben den Lesepassagen entwickelte sich ein lebendiges Gespräch mit der Autorin. Sowohl die Moderatorin als auch das Publikum brachten zahlreiche interessierte Nachfragen ein, auf die Oliwia Hälterlein offen und reflektiert einging. Besonders bewegend waren die Beiträge von Teilnehmenden mit polnischem Migrationshintergrund. Sie berichteten, wie sehr sich ihre eigenen Erfahrungen in den Schilderungen des Romans wiederfinden. Dabei wurde deutlich, dass Migration weit mehr ist als ein einmaliger Ortswechsel: Während die Reise von einem Land in ein anderes nur kurze Zeit dauert, prägt der Migrationsprozess Menschen und Familien über Generationen hinweg. Ankommen, Überleben und Leben auch von Menschen der dritten und späterer Generationen bleiben maßgeblich beeinflusst von der tiefen Erfahrung dessen was zurückgelassen wird und doch Teil des Lebens bleibt, von der Erfahrungen im Zwischenraum von den entworfenen Zukünften und den gelebten Leben.
„Wir Töchter“ hinterließ bei vielen Gästen nachhaltige Eindrücke und regte dazu an, über Fragen von Herkunft, Zugehörigkeit, gesellschaftlicher Teilhabe und den Erfahrungen von Frauen in unterschiedlichen Lebensrealitäten weiter nachzudenken.
WIR TÖCHTER (erschienen Februar 2026 C.H. Beck)
https://www.chbeck.de/haelterlein-toechter/product/39931273
Website der Autorin: www.oliwiah.de











