Dachau, 17.04.2026 – Am Montag, den 30.03.2026 um kurz nach 7 Uhr startete die Reisegruppe, bestehend aus 9 jungen Erwachsenen, los auf die Studienfahrt nach Polen. Nach vielen Stunden Fahrt – erfüllt von Schlaf, Känguru-Chroniken, reichlich Snacks und Pausen – kamen wir am späten Nachmittag im MDSM (Internationale Jugendbegegnungsstätte Oświęcim) an. Der Abend war dem Ankommen und dem Abendbrot gewidmet. Danach spazierte die Gruppe zu einer Bar, um sich dort über die Erwartungen an die Studienreise auszutauschen.
Mit einer Führung durch die Gedenkstätte des Stammlagers Auschwitz starteten wir am Dienstag in den Tag. Die verschiedenen Ausstellungen mit Fotos und Gegenständen der Zeit zwischen 1940 bis zur Befreiung 1945 ermöglichten uns einen Einblick in das Grauen und die massenhafte Vernichtung von all jenen Personen, welche nicht in das ideologische Denken der Nationalsozialisten gepasst hatten. Nach dem Mittagessen im MDSM besuchte die Gruppe das jüdische Zentrum in Oświęcim inklusive der sich dort befindenden Synagoge. Im Anschluss erhielten wir eine Stadtführung durch Oświęcim und besuchten den jüdischen Friedhof der Stadt. Außerdem erhielten wir einen Einblick in die Geschichte und die pädagogische Arbeit des MDSM. In einer Reflexionsrunde nach dem Abendessen wurden Eindrücke, Emotionen und Gedanken über den Programmtag ausgetauscht.
Am Mittwochmorgen gingen wir mit unserem Guide Teresa auf das schier endlos erscheinende, von hohen Stacheldrahtzäunen umgebene Gebiet der Gedenkstätte Birkenau. Die Fakten über das damalige Arbeits- und Vernichtungslager und Erzählungen über die Schicksale einzelner der Inhaftierten, welche Teresa uns während der Führung über die Gedenkstätte gab, ließen das Blut in den Adern gefrieren, wegen all des Grauens, welches sich auf diesen 171 Hektar vor weniger als hundert Jahren abgespielt hatte. Nachdem Teresa am Ende der Führung angekommen war und auch unsere letzten Fragen beantwortet hatte, ging es für die Gruppe des Kreisjugendrings Dachau zurück in das MDSM, in welchem ein weiteres Mal leckeres Mittagessen auf die Teilnehmenden wartete. Im Anschluss ging es für uns zum Edukationszentrum der Gedenkstätte Auschwitz, wo wir von Jan Kapłon, dem Leiter der kunsthistorischen Abteilung der Gedenkstätte, vieles über jene Kunstwerke erfuhren, welche von den Häftlingen in der Zeit des Lagers angefertigt wurden und konnten währenddessen einige dieser Kunstwerke betrachten. Des Weiteren besuchte die Studiengruppe an diesem Nachmittag das Gerhard Richter Haus auf dem Gelände des MDSM, wo wir die vierteilige Gemäldearbeit mit dem Titel „Birkenau” betrachten und darüber diskutieren konnten. Anschließend erhielten wir eine Führung durch die ehemalige Villa des Lagerkommandanten Höß und erfuhren einiges über das sich heutzutage darin befindende “Counter Extremism Project“. Erneut versammelte sich die Studiengruppe nach dem Abendessen für eine Reflexionsrunde und ließ den Abend gemeinsam bei einem Filmabend (Film: “The zone of interest”) ausklingen.
Am nächsten Morgen ging es für uns mit dem KJR-Bus weiter nach Kraków, dort lauschten wir der Geschichte von der Zeitzeugin Frau Monika Goldwasser. Sie betonte, dass diese Gräueltaten nie wieder passieren dürfen und gab uns folgendes mit auf den Weg: niemals die Feindschaft zwischen Menschen und Völkern zu akzeptieren. In der Mittagspause versorgte sich jeder mit polnischen Spezialitäten auf dem Judah Food Market. Anschließend erhielt die Studiengruppe eine Führung durch den Stadtteil Kazimierz von Frau Sylwia Jerusal, mit der wir dabei auch die alte Synagoge in Kazimierz besuchten und auch durch das ehemalige Ghetto der Stadt Kraków spazierten. Anschließend checkte die Gruppe im Hotel Wyspianski ein und traf sich später wieder zum gemeinsamen Abendessen im Klezmer-Hois. Dort wartete ein Drei-Gänge-Menü und eine Gruppe von Musiker*innen auf uns, die traditionelle Klezmer-Lieder spielten, während wir unser Essen genossen. Nach unserem Besuch waren wir alle fröhlich gestimmt und hatten volle Bäuche. Für die einen ging es im Anschluss weiter in eine Bar, für andere direkt zurück ins Hotel.
Ausgeschlafen und erholt, starteten wir am Freitag um 10 Uhr die Stadtführung durch die Altstadt von Kraków. Wir erfuhren mehr über den Wawel, das Schloss und die anderen Gebäude auf dem Kalksteinhügel, wanderten von dort hinunter in die Altstadt, vorbei an den historischen Gebäuden der Universität zum Krakauer Marktplatz und in die wunderschöne Marienkirche. In der Mittagspause versorgte sich jeder selbst mit den liebsten Gerichten der polnischen oder auch internationalen Küche und gestaltete den programmfreien Nachmittag nach eigenem Gusto. Am letzten Abend speisten wir gemeinsam in einem veganen Restaurant mit polnischen Spezialitäten, mit gut gefüllten Bäuchen ging es danach ins Bett und es wurden Schlaf und Energie für die Fahrt am nächsten Tag zurück nach Dachau getankt.
Zuletzt bleibt zu betonen: Erinnerungsarbeit ist gerade in Zeiten von erstarkendem Populismus und der Ausbreitung von Hass, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit wichtiger denn je! Unsere Demokratie und all ihre in der Verfassung geschriebenen Werte sind nicht selbstverständlich und es gilt, sich auch in Zukunft für diese demokratischen Werte und Strukturen einzusetzen, damit sich Gräueltaten, Völkermorde und alle anderen ideologischen Hass-Taten niemals wiederholen!









