Online-Tagung | Do. 20.5.21 | 9:00-18:30 Uhr

Schule der Demokratie – Beteiligung lernen und leben
Auftaktkongress des Modellprojekts Demokratische Schule

Zusammenleben kann sich in allen Lebensbereichen nach demokratischen Prinzipien gestalten und aus Sicht von Demokrat*innen sollte dies auch so sein. In der Familie, der Schule und anderen Lebensbereichen leben und gestalten wir unsere Beziehungen und unseren Alltag nach unseren Wertvorstellungen. Anknüpfend an diese primäre bzw. unmittelbare Vermittlung lehren wir in der Schule Wissen und vermitteln Werte. Durch die Gestaltung von Beteiligungsmöglichkeiten wird Demokratie praktisch erfahren und Demokratiekompetenzen erworben. Hierfür und darüber hinaus braucht es politische Bildung, die Reflexions- und Kritikfähigkeit, Medienkompetenz und Gestaltungskompetenz vermittelt. Demokratie-leben und -lernen gehören zur Kernaufgabe von Schule und Jugendarbeit.

Die Tagung erkundet die Möglichkeiten des Demokratie-Lebens und des Demokratie-Lernens sowie der erforderlichen vorbereitenden und der daran anschließenden sozialen und politischen Aufgaben von Bildungsarbeit. Vorbereitend relevant sind zum Beispiel die Schaffung eines gemeinsamen Klimas der Akzeptanz von Unterschieden und der Wertschätzung von Vielfalt sowie die Entwicklung einer forschenden, selbstreflexiven Haltung und die Bereitschaft zum gemeinsamen Lernen bei allen Beteiligten.

Politische Bildung und Demokratiepädagogik werden aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet und diskutiert. In vertiefenden Workshops werden der Umgang mit Vielfalt im Klassenrat, die Rolle von Schulversammlungen für die Schulkultur, das Philosophieren mit Kindern, Lernen-durch-Engagement, Ermutigung durch kulturpädagogische Methoden und andere Methoden vorgestellt. Dabei stellen sich auch Fragen nach den Möglichkeiten und Herausforderungen einer dauerhaften Stärkung demokratischer Beteiligungsmöglichkeiten und der Rolle von Akteuren der außerschulischen Bildungsarbeit.

Zielgruppe:

Die Tagung richtet sich an alle Interessierten aus der Schulpraxis, der Kommunal- und Bildungspolitik sowie der Bildungsforschung, die sich über die demokratische Gestaltung der Grundschule und des Grundschulganztags informieren und austauschen möchten. Viele Inhalte sind aber sicherlich auch für die Vorschule und für weiterführende Schularten interessant.

 

 

Wann und wo?

Digitale (kostenlose) Tagung via Zoom | 20.5.21 | 9:00 Uhr-18:30 Uhr

 

Anmeldung

Eine Anmeldung zur kostenlosen Tagung und den Workshops ist erforderlich. Bitte schauen Sie sich im Programm unten die Vertiefungsmodule an und wählen Sie dann bei der Tagungsanmeldung den entsprechenden Workshop aus, den Sie besuchen möchten.
Zur Anmeldung gelangen Sie [hier] oder direkt über die Vertiefungsmodule unten in der Programmübersicht.

Die Zugangsdaten für die Tagung erhalten Sie nach Ihrer Anmeldung.

Anmeldeschluss ist der 18. Mai.   >> Zur Anmeldung

 

Veranstalter*innen:

Ludwig Gasteiger, Kreisjugendring Dachau und Markus Gloe, Geschwister-Scholl-Institut, LMU

Die Veranstaltung wird vom Kreisjugendring Dachau und dem Geschwister-Scholl-Institut, LMU, Lehreinheit Politische Bildung und Didaktik der Sozialkunde ausgerichtet.

Die Tagung wird vom Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend über das Bundesprogramm Demokratie leben! und vom Landkreis Dachau gefördert.

Tagungsprogramm

Grußwort, Marie Lucas, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Referat Demokratieförderung

  • Modellprojekte für eine Schule der Demokratie – Eine Skizze
    Ludwig Gasteiger, Kreisjugendring Dachau

Schüler*innen erleben Schule immer auch als etwas Politisches – im besten Falle als Ort, an dem sie sich – frei nach Max Frisch – in ihre Angelegenheiten einmischen und an dem sie mit anderen Selbstwirksamkeit erleben können. Von hier eröffnen sich auch Möglichkeiten der Mitgestaltung in der Kommune und der eigenen Lebenswelt.
Um Demokratie an Schulen lebendig zu gestalten, braucht es partizipative Schulentwicklungsprozesse, die alle Akteursgruppen einbeziehen, und Mut zum demokratischen Experiment. Das Modellprojekt Demokratische Schule entwickelt nicht ein fertiges Modell, sondern Beispiele, die Wissen, Methoden und Materialien bereitstellen sollen. Vor allem sollen sie aber ermutigen zur Stärkung der demokratischen Schulkultur.

  • Demokratiekonzepte und Demokratiekompetenzen
    Prof. Markus Gloe, LMU, Geschäftsführender Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Demokratiepädagogik

Pause von 10:00-10:15 Uhr

Demokratische Schulentwicklung und politische Bildung an bayerischen Schulen
Dr. Karin Oechslein, ehem. Direktorin des Bayerischen Staatsinstituts für Schulqualität und Bildungsforschung, Mitglied der Jury des Deutschen Schulpreises

Pause von 11:00-11:15 Uhr

Perspektiven auf Demokratie-Lernen in Schule
In drei Runden werden Kurzstatements von Prof. Sören Torrau  (Uni Erlangen-Nürnberg und Mitglied im Vorstand der DeGeDe ) Prof. Dr. Markus Gloe (LMU), Prof. Dr. Tonio Oeftering (Univ. Oldenburg)  und anderen zur Diskussion einladen. Durch kurze Thesen wird das Spannungsfeld zwischen unterschiedlichen Perspektiven der Demokratiepädagogik und politischen Bildung skizziert. Die vielleicht auch provokanten Beiträge laden zur angeregten Diskussion ein.

Rekapitulationen zu den Statements und Diskussionen

Sie können sich für einen der folgenden Workshops anmelden. Pro Workshop können sich maximal 15 Teilnehmer*innen anmelden.
Anmeldeschluss: 18. Mai   >> Zur Anmeldung

  • Klassenrat trifft Vielfalt in Pandemiezeiten – Fortbildungsprogramm

Mit Diana Rychlik 

Voraussetzung für einen erfolgreichen Klassenrat ist die gleiche Chance auf Beteiligung aller seiner Mitglieder, egal, welche (soziale) Herkunft, Hautfarbe, sexuelle Orientierung oder welches Geschlecht sie haben. Gleichzeitig ist es wichtig, wie sie in die Klassengemeinschaft eingebunden sind. Bisher ging es in solchen Workshops immer darum, wie eine diversitysensible und diskriminierungsbewusste Klassenpolitik gestaltet werden kann. Aber was können wir in Pandemiezeiten tun, in denen sich die Schüler*innen die meiste Zeit gar nicht authentisch begegnen können und hinter Kameras feststecken? In diesem Workshop gehen wir auf die aktuelle Situation ein und erproben Methoden, wie wir trotz der Einschränkungen für Gemeinschaft und Empathie und gegen Voreingenommenheit und Kontaktmüdigkeit sorgen können. Dieser Workshop ist offen für alle Klassenrats-Interessierten, baut allerdings auf Erfahrungen mit dem Klassenrat auf und vermittelt keine Grundlagen zur Einführung des Klassenrats.

 

  • Schülerparlamente an Grund- und Mittelschulen

Mit Sabine Kehr , Mittelschullehrerin, Uni Würzburg

Der Workshop stellt das Schülerparlament in Fürstenfeldbruck vor und zeigt Funktionen und Chancen dieses Gremiums auf. Zudem gibt der Workshop Aufschluss darüber, wie sich die gewählten Schülerparlamentarier für die Anliegen ihrer Mitschüler engagieren und schulpolitische Ideen durchsetzen. Ebenso wird auf die Kompetenzdimensionen der schulischen Partizipation eingegangen.

 

  • Philosophieren mit Kindern und Jugendlichen – Für eine offene Haltung in einer partizipativen Pädagogik

Mit Christophe Rude, Akademie für Philosophische Bildung und WerteDialog

Wenn es um Demokratie an Schulen geht, sind Mitbestimmung und Beteiligung oftmals die zentralen Aspekte: Wie werden Schüler*innen (aber auch Eltern und Lehrkräfte) an Prozessen und Entscheidungen beteiligt, die die gesamte Schule betreffen? Inwieweit und inwiefern ist es ihnen möglich, selbstbestimmt zu lernen und den Unterricht mit zu gestalten?
Diese Fragen klingen so, als wären Strukturen und formale Prozesse der wichtigste Teil der Antwort. Mehr als alles andere ist Demokratie aber eine Haltungsfrage. Es geht um einen respektvollen Umgang mit Unterschieden, eine Offenheit für „andere“ Sichtweisen und für Veränderungen, um einen bewussten Umgang mit eigenen Vorurteilen, um eine Bereitschaft zur Verantwortungsübernahme…
All diese Grundhaltungen sind Voraussetzung dafür, dass ein demokratisches Miteinander funktioniert. Dieser Workshop stellt die Methode des Philosophischen Gespräch als Einübung der Grundfähigkeiten und zentralen Haltungen eines partizipativen, ergebnisoffenen und gemeinschaftsfördernden Dialogs auf Augenhöhe vor, wie sie mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen praktiziert wird. Sie leistet einen Betrag zur gelingenden Kommunikation, zur Mündigkeit des Einzelnen und zur Diskurskultur in einer Gesellschaft.

 

  • Schulfach Glück – Lebenskompetenz und Lebensfreude als Zielkategorien pädagogischen Handelns

Mit Dr. Ernst Fritz-Schubert, Fritz-Schubert-Institut

In der Beliebtheitsskala von Schüler*innen kommt Unterricht gleich nach dem Zahnarztbesuch. Ein Unding, meinte der Heidelberger Schulleiter Ernst Fritz-Schubert. Im Jahre 2007 tat er sich mit einer Handvoll Experten zusammen und entwarf das Fach Glück. Aber was ist Glück überhaupt? Fritz-Schubert versteht darunter nicht das Dauerschweben auf einer rosaroten Wolke, vielmehr macht er sich auf die Suche nach den guten Gründen für das gelingende Leben. Dazu gehört die Entdeckung des eigenen Selbst mit all seinen Potentialen auf dem Weg zu einer persönlichen Meisterschaft, die Suche nach dem Sinn und den wirklich wichtigen Menschen im Leben. Dabei darf die Lebensfreude ebenso wenig vergessen werden wie die heitere Gelassenheit, um nicht in jeder Krise eine Katastrophe zu sehen, sondern sie als Herausforderung zu begreifen.
In seinem Vortrag wird der Pädagoge, Therapeut und Buchautor Ernst Fritz-Schubert von seinen Erfahrungen berichten und erläutern, dass Glück wählbar und erlernbar ist und sich im glücklichen Tun und Erleben widerspiegelt.
Das baden-württembergische Kultusministerium unterstützte den Vorstoß. Seither steht das Fach Glück offiziell auf dem Stundenplan vieler Schulen im In- und Ausland. Mittlerweile wurden in dem von ihm gegründeten Institut über 1000 Lehrer und Coaches weitergebildet. Das Konzept findet aber auch außerhalb der Schule großen Anklang und wurde zur Persönlichkeitsstärkung von Patienten, Arbeitslosen und jungen Sportlern eingesetzt.

 

  • Ermutigung durch partizipatives Theater

Mit Pedram Aghdassi, Philip Badi Costa-Blom, Creative Change e.V.

Creative Change e.V. bietet bundesweit theaterpädagogische Projekttage für Kinder und Jugendliche an. Dabei werden gesellschaftlich relevante Themen in Form von kleinen Theaterszenen dargestellt und am Konflikthöhepunkt gestoppt.
Mit Hilfe des partizipativen Theaters, werden die Teilnehmenden befähigt ihr Handlungsrepertoire für die jeweilige Situation zu erweitern und ermutigt, ihre Gefühle und Gedanken auszudrücken.
In dem Workshop möchten wir den Teilnehmenden den Ansatz und die Methodik von Creative Change vorstellen und von unseren Erfahrungen berichten.

 

  •  „Gesellschaft sind wir! “ – Mit Lernen durch Engagement Demokratiekompetenz in allen Fächern fördern

Mit Regine Leonhardt, Stiftung „Gute Tat“

„Das brauch ich doch nie wieder!“ ist ein häufiges Gefühl beim schulischen Lernen. Gerade jetzt in der Krise fehlt es häufig an Ankerpunkten, Motivation und Vertrauen.
„Lernen durch Engagement“ ist eine Unterrichtsform für alle Schulformen und Fächer, die fachliche Inhalte mit gemeinwohlorientierten Engagement für außerschulische Partner verbindet. Durch die prozessorientierte Arbeitsweise werden Interessen und Talente der SuS genutzt, mit elementaren 21st Century Skills verknüpft und Lernfortschritte strukturiert reflektiert. Indem sie dazu anleitet, auf der Basis der Lehrpläne echte gesellschaftliche Problemstellungen zu bearbeiten, vermittelt die Methode gerade auch in der aktuellen Situation Partizipation und Selbstwirksamkeit. Durch die Übersetzung von akademischem Wissen in gemeinschaftliches Handeln im direkten Nahfeld der SuS macht LdE das Potenzial konkreter demokratischer Teilnahme und Gestaltungskraft erlebbar. Dabei profitieren die Kinder und Jugendlichen durch kreative Nutzung von digitalen Medien und dem konstruktiven Umgang mit „dem, was ist“.
In diesem interaktiven Workshop werden zunächst die Grundlagen des Formats und Best Practice- Beispiele vorgestellt und mit den TN erste Projektideen entwickelt. Wie kann das Engagement von Kindern und Jugendlichen konkret aussehen, wenn persönliche Kontakte nur begrenzt möglich sind? Welche neuen Lernimpulse und Gelegenheiten, sich in die Zivilgesellschaft einzubringen, ergeben sich gerade jetzt? Zudem werden Möglichkeiten der Unterstützung durch umfangreiches methodisches Material und durch ein bundesweites Netzwerk an aktiven Schulen und Kompetenzzentren aufgezeigt.

 

  • Auf dem Weg zu demokratischen Schule – Wie gelingt partizipative Schulentwicklung

Mit Björn Adam, beWirken – Jugendbildung auf Augenhöhe

Schule als Lernort für Selbstwirksamkeit und Selbstständigkeit setzt ein hohes Maß an Partizipation an Schulorganisation und Schulprogramm voraus.
Wie gelingt es Schule ganzheitlich und partizipativ in diese Zukunftsform zu entwickeln? Mit Blick auf praktische Ansätze aus der Schulentwicklung wird gemeinsam der Frage nachgegangen welche Erfolgsfaktoren für diesen Weg wichtig sind.
Im Workshop bringt Björn Adam (Gründer von beWirken) Impulse, Modelle und konkrete Formate für die partizipative Schulentwicklung, aus der Arbeit von beWirken und der digitalen Schulakademie, mit.
Dabei wird am Rande auch auf die Chancen der Digitalisierung und digitaler Beteiligungstools eingegangen, wie sowohl der Schulentwicklungsprozess, als auch eine demokratische Schulform von solchen Ansätzen profitieren können.

 

  • Aula – Beteiligung Digital

Mit Alexa Schaegner , Politik-digital e.V. und Ralph Schmitt , Sonderpädagogisches Förderzentrum Amberg

In dem Workshop berichten der stellvertretende Schulleiter des Sonderpädagogischen Förderzentrums Amberg und die Projektleiterin von aula – Schule gemeinsam gestalten davon, wie demokratische Schulentwicklung mit (und ohne) digitalen Mitteln aussehen kann. Nach einem Erfahrungsbericht kann die Beteiligungsplattform „aula“ selbst ausprobiert werden.

Wie weit kann, soll und darf Demokratie an Schulen verwirklicht werden?
U.a. mit Tina Uthoff, Vorstandsvorsitzende Demokratische Schule München, Eva Espermüller-Jug (Anne Frank Realschule – ehem. Schulleiterin), Fritz Schäffer (BLLV)

Zu unseren Tagungen, Fort- und Weiterbildungen:

Wir bieten Fortbildungen an, die auf die Bedarfe der Schule abgestimmt sind. Angebote erstrecken sich von einzelnen Workshops bis zu mehrtägigen SMV-Seminaren und Schulgremien. Bei Interesse können Sie sich gerne an uns wenden.

Kontakt:

Ludwig Gasteiger
Geschäftsführer, Leitung Gremien, Gesamtverantwortung und Geschäftsstellenleitung
gasteiger•kjr-dachau,de